Personal, Organisation & IT

Handlungsschwerpunkt II

Einleitung

Die Gewinnung und die Bindung des Personals in allen Aufgabenfeldern des LVR wird auch in der 16. Wahlperiode ein zentrales Thema bleiben, da sich der Fachkräftemangel inzwischen zu einem Arbeitskräftemangel ausgeweitet hat. In den kommenden fünf Jahren wird die Verrentung der auch im LVR stark vertretenen Generation der Baby-Boomer abgeschlossen sein und die der Generation X beginnen. Umso wichtiger ist es, dass der LVR sein Profil als attraktiver Arbeitgeber und Dienstherr mit vielfältigen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten weiter schärft und sich mit vielen Einzelmaßnahmen erfolgreich im Wettbewerb am allgemeinen Arbeitsmarkt positioniert. Denn auch in Zeiten der digitalen Transformation bildet gut qualifiziertes Personal, das sich mit den Aufgaben und Zielsetzungen des Verbandes identifiziert und im Arbeitsalltag attraktive Rahmenbedingungen vorfindet, die unverzichtbare Grundlage für eine qualitätsvolle und damit erfolgreiche Arbeit des LVR im Interesse der Menschen im Rheinland.

Die Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in Verwaltung und Betrieben im Hinblick auf Effizienzsteigerungen und die Realisierung von Einsparpotenzialen wurde von den Fraktionen der CDU und SPD unter anderem mit dem Haushaltsbegleitbeschluss für den Doppelhaushalt 2025/2026 angelegt und soll fortgesetzt werden – auch vor dem Hintergrund, die Aufgaben des LVR infolge der demographischen Situation unabhängig vom Erfolg bei der Personalakquise künftig mit weniger Personal erfüllen zu müssen.

Personalgewinnung und lebensphasen­orientiertes Personal­management

Über den zeitgemäßen und attraktiven digitalen Auftritt des Arbeitgebers LVR und den digitalen Bewerbungsprozessen hinaus soll das Recruiting künftig gezielte Ansprachen geeigneter Personen für Schlüsselpositionen und Mangelberufe im Sinne eines active sourcing durchführen. Dies gilt es mit einer Professionalisierung des Arbeitgebermarketings in Form zielgruppenorientierter Kampagnen, dem Ausbau von Businessnetzwerken und einer verstärkten Präsenz auf Karrieremessen zu verbinden. Die LVR - Arbeitgebermarke soll auch durch den Ausbau der Aktivitäten auf den Kanälen der unterschiedlichen sozialen Medien gestärkt werden, um eine zielgruppengerechte Ansprache zu unterstützen und den LVR als attraktiven Arbeitgeber bekannter zu machen.

Eine der Gelingensvoraussetzungen für eine langfristige Bindung des Personals an den Arbeitgeber LVR ist ein Personalmanagement, das die sich verändernden Anforderungen der Mitarbeiterschaft in den individuellen Lebensphasen im Blick behält. Dies bedeutet, flexibel die Rahmenbedingungen der Arbeit verändern zu können, sei es in Form der Arbeits(teil)zeitmodelle unter Einschluss der Möglichkeiten des Mobilen Arbeitens, einer Führungsaufgabe in Teilzeit, der Angebote des betrieblichen Gesundheitsmanagements sowie lebensphasenorientierter Beratungsangebote, die sich sowohl auf familiäre Betreuungs- oder Pflegebedarfe als auch auf rentenrechtliche Fragestellungen und flexible Modelle des endgültigen Austritts aus dem Erwerbsleben beziehen können. Dies gilt es im LVR zu gewährleisten.

Ausbildung, berufliche Entwicklung und Quereinstiege fördern

Die Ausbildungsaktivitäten des LVR leisten nach Überzeugung der Koalition einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung des eigenen Nachwuchses und der Reduzierung der demographiebedingten Lücken und sollen daher in der Breite fortgesetzt werden. Gezielte Personalmarketingmaßnahmen in Form der Teilnahme an Ausbildungsmessen, einer Zusammenarbeit mit Schulen und der Nutzung sozialer Medien sollen die Gewinnung von Auszubildenden unterstützen und den LVR in seiner Vielfalt als ausbildenden Arbeitgeber bekannter machen. Auszubildende mit spezifischen Förderbedarfen gilt es den Inklusionszielen des LVR entsprechend erfolgreich einzugliedern und besonders zu unterstützen.

Ferner zeichnet es attraktive Arbeitgeber aus, berufliche Entwicklungen anzubieten und Karriereoptionen frühzeitig aufzuzeigen. Neben dem differenzierten Fortbildungsangebot soll die Unterstützung von Masterstudienabschlüssen und ein Laufbahnwechsel im Wege der modularen Qualifizierung fortgesetzt werden. Angesichts der zunehmenden Schwierigkeiten, Führungspositionen zu besetzen, sollen digitale Profile von Mitarbeitenden entwickelt und eine Förderung von Karrierewegen und Entwicklungspotenzialen etabliert werden.

Selbst bei einer intensivierten Ausbildung bleibt der LVR aufgrund seines breiten Bedarfs auf die Gewinnung von Absolventinnen und Absolventen und Quereinstiegen aus dem allgemeinen Arbeitsmarkt angewiesen. Hierzu werden nach Überzeugung der Koalition aus CDU und SPD die Fortsetzung von Traineeprogrammen für die verschiedenen akademischen Zielgruppen einen wertvollen Beitrag leisten können.

Digitalisierung und KI-Einsatz im Personal­management vorantreiben

Der Weg des LVR, sowohl in Fachverfahren als auch bei Querschnittsaufgaben die Digitalisierung der Geschäftsprozesse zu betreiben, muss fortgesetzt werden. Dies erfordert weitere finanzielle und organisatorische Anstrengungen, die im Hinblick auf die Sicherung der Ergebnisqualität und den Erhalt attraktiver Arbeitsbedingungen unverzichtbar sind. Daher soll im Bereich der Personalwirtschaft weiter digitalisiert und die heutigen SAP-Awendungen um weitere standardisierte self-services für die Mitarbeiterschaft erweitert werden, die zugleich eine Beschleunigung der Verfahren unterstützen. Die Nutzung von KI-Anwendungen gilt es zu erproben und die damit verbundenen Vorteile für den Verband zu nutzen. Der Einsatz von E-Learning-Modulen muss zu einer Selbstverständlichkeit eines modernen Kommunalverbandes werden.

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