Gesundheit

Handlungsschwerpunkt VIII

Einleitung

Die Fraktionen von CDU und SPD setzen sich weiterhin für eine flächendeckende, qualitativ hochwertige psychiatrische Versorgung im Rheinland ein. Die LVR-Kliniken bieten individuelle, bedarfsgerechte Behandlungen – vom Akutfall bis zur Langzeitbetreuung. Durch moderne Konzepte und persönliche Zuwendung wollen wir den Patientinnen und Patienten bestmöglich helfen. Wir sind für die Etablierung und Ausweitung von Krisendiensten und Präventionsambulanzen und für die Fokussierung auf das Kerngeschäft, z. B. durch Abgabe der Neurologien.

Ambulante und gemeindenahe Hilfen stärken

Die Koalitionsfraktionen fördern den Ausbau von ambulanten Angeboten, um Klinikaufenthalte zu verkürzen. Gemeindepsychiatrische Dienste und sozialpsychiatrische Zentren sollen ausgebaut und besser vernetzt werden. So ermöglichen wir Hilfe im Alltag, wohnortnah und unkompliziert. Die Einführungen neuer Versorgungsformen, weitere Formen aufsuchender Behandlung im LVR-Klinikverbund und die Fortführung der stationsäquivalenten Behandlung (StäB) sind auszubauen und Behandlungsangebote zu flexibilisieren (§ 64b-Modell in Bonn und zukünftig in weiteren Kliniken).

Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen / Trauma-Beratung von Flüchtlingen

CDU und SPD in der Landschaftsversammlung halten am Ausbau fachkompetenter und bedarfsgerechter Beratung und Behandlung traumatisierter Flüchtlinge fest. Früherkennung und Prävention sind entscheidend. Wir wollen niedrigschwellige Hilfen in den LVR-Schulen stärken. Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen sollen schnell Zugang zu Beratung und Therapie finden – auch durch digitale Angebote.

Demenzfreundliches Rheinland

Das Thema Behandlung, Rehabilitation und Pflege älterer Menschen muss im Hinblick auf eine steigende Anzahl von Personen weiter vorangetrieben werden. Ein Ausbau zu “Zentren für Altersmedizin und Altenhilfe” (siehe LVR-Klinik Düren) sollte weiterhin ein Ziel sein. Auch setzen sich die Fraktionen von CDU und SPD für den Aufbau regionaler Demenznetzwerke ein, die Betroffene, Angehörige, Pflege, Medizin und Ehrenamt vernetzen. Der LVR soll Schulungen und Informationsangebote fördern, um eine würdevolle Begleitung zu ermöglichen und Angehörige zu entlasten.

Pflege und Fachkräfte sichern

Wir investieren weiter in Ausbildungsplätze an den LVR- eigenen Gesundheitsfachschulen und verbessern die Arbeitsbedingungen und den Ausbau von Personalgewinnung und -entwicklung in unseren Einrichtungen. Dies u.a. durch Springerpools, Einspringzulagen, Standby-Prämien, Abbau von Befristungen, Reduzierung von Arbeitnehmerüberlassungen, Neuordnung von Tätigkeiten zwischen Ärzten, Pflege und psychologisch-psychotherapeutische Mitarbeitenden und neuen Berufsgruppen (Physician Assistant, akademisierte Pflege). Ziel ist es, mehr junge Menschen für Pflege- und Therapieberufe zu begeistern - auch durch gezielte Fachkräftegewinnung im In- und Ausland (LVR als attraktiver Arbeitgeber weiter stärken).

Digitalisierung und Innovation in der Versorgung

Die Koalitionsfraktionen setzen sich für eine systematische Förderung von digitalen Lösungen wie Telemedizin und modernen Kommunikationsmitteln (u.a. durch Standardisierung der IT in den Kliniken, Umsetzung der KHZG-Projekte) ein. Dies soll zu einer Verbesserung der Versorgung und einer Entlastung unseres Fachpersonals führen.

Krisenfeste Gesundheitsversorgung

Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, wie wichtig gute Vorbereitung ist. Wir wollen die Notfallstrukturen in den LVR-Kliniken stärken und die Zusammenarbeit mit Kommunen, Rettungsdiensten und Behörden weiter ausbauen.

Nachhaltigkeit

Die Pläne zur Klimaneutralität (Dekarbonisierungspläne) für jede Klinik (Vorlage 15/3037) sollen in Hinblick auf Mobilität, nachhaltige Beschaffung und Gebäudesanierung (u.a. Hitzeschutz) umgesetzt werden.

Konsolidierung

Die Fraktionen von CDU und SPD werden auch weiterhin die nötigen Investitionen für unsere Kliniken vornehmen, um in Zukunft im guten baulichen Zustand wettbewerbsfähig zu sein (u.a. Deckelung der Baukosten – wie Haus D in Köln). Dabei sind bestehende Organisationsstrukturen auf veränderte Marktanforderungen zu überprüfen und weiter voranzubringen. Hierzu zählt auch eine Überprüfung der Wirtschaftlichkeit unserer LVR-Kliniken. Mögliche Synergieeffekte sollen geprüft werden, z.B. weitere Zusammenlegung von Verwaltungseinheiten / Abteilungen im Klinikverbund - wie bei den Personalabteilungen. Dies könnte z.B. bei den Apotheken oder der Speisenversorgung möglich sein. Damit ist ausdrücklich nicht die Reduzierung oder Schließung von Kliniken angedacht.

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